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1. Über diesen Anhang

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Sie werden mit Werkzeugen arbeiten, die Code schreiben. Das ist keine Prognose, sondern der Alltag in den Betrieben. Und weil das so ist, hat es wenig Sinn, in einem Schwerpunkt für Web- und Anwendungsentwicklung über AI zu schweigen und die Sache im Unterricht als Grauzone zu behandeln.

Dieser Anhang gehört zu keinem der beiden Schuljahre. Er läuft quer dazu: Was hier steht, wird in der 4. Klasse beim Bauen des Webservice gebraucht und in der 5. beim Betrieb genauso, und die Themen ändern sich schneller als der Lehrplan. Er ist bewusst als Anhang geführt und nicht in den Wochenplan eingebaut.

Drei Dinge, in dieser Reihenfolge.

Verstehen, was da passiert. Wer nicht weiß, was ein Token ist, kann nicht erklären, warum ein Werkzeug bei der einen Aufgabe brillant und bei der nächsten unbrauchbar ist. Die Kapitel 2 bis 7 sind deshalb Technik, nicht Bedienung: Sprachmodelle, Tokens, Reasoning, lokale und cloudbasierte Modelle und die Frage, wie ein Modell an Wissen kommt, das nicht in seinen Gewichten steht. Ohne dieses Fundament bleibt der Umgang mit den Werkzeugen Aberglaube.

Vernünftig damit arbeiten. Die Kapitel 8 bis 11 behandeln die Arbeitsweise: wie ein Agent überhaupt funktioniert, welche Werkzeuge es gibt, warum man Planen und Bauen trennt und wie man mit Akzeptanztests dafür sorgt, dass am Ende nicht nur etwas dasteht, sondern das Richtige.

Verantworten können. Kapitel 12 ist der Teil, den man gerne überliest: Haftung, Lizenzen, Datenschutz, Prompt Injection, und die Frage, was Sie eigentlich noch selbst können müssen.

Er ist keine Produktschulung. Die Werkzeuglandschaft ist im Sommer 2026 etwa ein Jahr alt und wird im nächsten Jahr anders aussehen: Namen verschwinden, Modelle werden abgelöst, Preise fallen, Bedienoberflächen wandern vom Terminal in die IDE und zurück. Was bleibt, sind die Konzepte darunter, und die sind erstaunlich stabil. Ein Werkzeug, das man versteht, lernt man in einem Nachmittag; ein Konzept, das man nicht versteht, holt man in keinem nach.

Er ist auch keine Werbung. KI-Werkzeuge sind an manchen Stellen beeindruckend gut und an anderen kostspieliger Unsinn, und beides gehört gesagt. Wo dieser Anhang eine Meinung hat, ist sie als Meinung erkennbar.

Diese Regeln gelten in beiden Jahrgängen für alle Übungen und Projekte. Sie sind ausführlich in Kapitel 12 begründet; hier stehen sie kompakt, damit man sie nachschlagen kann.

  1. Deklarieren. In der Abgabe steht, welches Werkzeug und welches Modell für welchen Teil verwendet wurde. Ein Satz in der README.md genügt. Nicht deklarierte Verwendung ist der Regelverstoß, nicht die Verwendung selbst.

  2. Erklären können. Für jede Zeile in der Abgabe gilt, was in diesem Gegenstand immer gilt: Wer sie nicht erklären kann, hat sie nicht abgegeben oder die Aufgabe gelöst. Diese Regel ist der eigentliche Filter, und sie ist unabhängig davon, wer getippt hat.

  3. Tests gehören Ihnen. Akzeptanz- und Unit-Tests schreiben oder prüfen Sie selbst, bevor der Agent implementiert. Ein Agent, der die Tests ändern darf, um sie grün zu bekommen, ist wertlos (Kapitel 11).

  4. Keine echten Daten. Personenbezogene Daten, Zugangsdaten, Schlüssel und alles, was aus einem Betrieb stammt, gehen nicht in einen Prompt. Auch nicht „nur kurz zum Testen” (Kapitel 6 und 12).

  5. Plan vor Code. Bei allem, was über eine einzelne Datei hinausgeht, wird zuerst ein Plan erzeugt und gelesen (Kapitel 10). Ungeprüfte Pläne sind der häufigste Grund für Abgaben, die niemand mehr versteht.

Der Anhang setzt die Inhalte der 4. Klasse voraus, insbesondere Kapitel 2 (Eigener Server), 7 (Webservice) und 9 (Angriffsvektoren). Aus Softwareentwicklung werden die Kapitel zu Teststrategien und Vorgehensmodellen aus dem V. Jahrgang gebraucht; Kapitel 11 baut direkt darauf auf. Mathematische Vorkenntnisse braucht es nicht: Wo dieser Anhang erklärt, wie ein Sprachmodell funktioniert, geschieht das ohne Formeln, und zwar nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil das Rechnen dahinter für die Bedienung nichts austrägt.

KapitelThemaFrage, die es beantwortet
2Was heute AI heißtWas ist gemeint, wenn jemand „KI” sagt?
3SprachmodelleWie kommt ein Modell auf seine Antwort?
4Tokens und KontextWarum kostet das Geld, und warum wird es mit der Zeit schlechter?
5ReasoningWas tut ein Modell, das „nachdenkt”, und wann hilft das?
6Lokal und CloudWo läuft das Modell, und was verlässt dabei das Haus?
7Retrieval und RAGWie kommt ein Modell an Wissen, das nicht in ihm steckt?
8Agentic CodingWie wird aus einem Chat ein Agent?
9WerkzeugeWas gibt es, und wonach wählt man aus?
10Plan und Build ModeWarum trennt man Denken und Tippen?
11ATDD mit AgentenWoran erkennt der Agent, dass er fertig ist?
12VerantwortungWer haftet, was ist erlaubt, was müssen Sie selbst können?